Großer Stadtbrand von Steyregg 1897


Oberhalb des Schlachtraums der Fleischhauerei Eder, Steyregg 30, brach am 3. Nov. 1897 etwa nach 5 Uhr nachmittags Feuer aus, während die Fleischergehilfen noch arbeiteten. Das Feuer ergriff aber, angefacht durch enormen Ostwind, sofort rasche Verbreitung, griff auf das Haus 31, des Karl Wegschaider und 32, des Schneidermeisters Johann Freudenthaler und Nr. 33, das der Krämerei Anna Bauer über. Rasend schnell setzte das Feuer dann auf die Gegenseite des Stadtplatzes über und erfasste die Objekte des Bäckermeisters Franz Kaiser und die Wagnerei Jgnaz Janousko und daraufhin auch bereits die Westseite des Platzes, die Häuser Nr. 40 und 41, das Gasthaus zum Weißen Lamm, Besitzer Fran Gschwandtner, und das der Frau Theresia Zöttl. Auch die Nordseite ist nahezu ganz abgebrannt, das Haus Nr. 36 „Gasthaus zum grünen Baum“ und das herrschaftliche Haus des Grafen Weißenwolff, in dem sich die Gemeindekanzlei,

die Post und eine Arztwohnung befand. Vom Haus Nr. 38, das des Greißlers und Zimmermanns Josef Wörl ist nur der Dachstuhl den Flammen zum Opfer gefallen, auch der Dachstuhl und das hintere Nebengebäude des Hauses 39,

Johann Kneuer, Kaufmann und Schlossermeister, wurde der Dachstuhl ein Raub der Flammen.

Durch das Eingreifen der benachbarten Feuerwehren aus Linz und Urfahr und St. Georgen konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Stadtturmgasse verhindert werden. Lediglich das Objekt Haus 21, Maria Seitz, Hutmacherin, wurde die Hälfte des Dachstuhls noch von den Flammen erfasst. Dieses Objekt wurde später von der Gemeindevertretung gekauft und darauf das Stadtamt Steyregg errichtet.

Insgesamt waren 19 Objekte im Ortszentrum betroffen. Nach diesem verheerenden Brand fanden sogar in Linz für die zu Schaden gekommenen „Abbrandler“ in Steyregg Benefizkonzerte statt.